Offener Brief zum Thema Asyl, Flüchtlinge und Abschiebung

An die hiesigen Bundestagskandidaten

Abschiebepraxis überdenken!

Kurz vor der Wahl überschlagen sich die Parteien mit immer neuen Vorschlägen und Forderungen, wie möglichst viele der Flüchtlinge aus unserem Land wieder abgeschoben werden können. Neuester Vorschlag ist jetzt, dass auch Flüchtlinge und Asylbewerber, die unter falschem Namen hier eingereist sind, als "Asylbetrüger" sofort abgeschoben werden sollen - ebenso wie Asylbewerber, die in ihre Heimat reisen, unabhängig von ihrem Status.

 

Ganz abgesehen davon, dass dies rein rechtlich kaum möglich sein wird - wir, als seit Jahren ehrenamtlich im Flüchtlingsbereich Engagierte wollten diese "neuen Ideen" zum Anlass nehmen, uns zum Thema grundsätzlich zu äußern!

 

Bei uns leben jetzt viele Menschen, die als Flüchtlinge und auf der Suche nach Sicherheit und einer Zukunftsperspektive nach Deutschland gekommen sind.  Viele dieser Menschen haben sich integriert, deutsch gelernt, arbeiten oder machen eine Ausbildung. Viele von ihnen haben hier enge Freundschaften und Beziehungen aufgebaut. Doch darauf wird bei Ablehnungsbescheiden und Ausreiseaufforderungen kaum Rücksicht genommen - ganz abgesehen davon, dass aus den neuesten Zahlen hervorgeht, dass vor Gericht jeder zweite Ablehnungsbescheid als nicht rechtmäßig beurteilt wird.

 

Um Quoten zu erfüllen, wird auch denjenigen die Abschiebung angedroht oder sie vollzogen, die für sich selbst sorgen und ihren Beitrag zu unserem Bruttosozialprodukt leisten! Die sich anstrengen, lernen, Teil unserer Gesellschaft geworden sind! Grund dafür ist oft, dass irgendwann klar wird, dass ihr Name oder ihr Geburtsdatum bei der Erstaufnahme nicht richtig aufgenommen oder angegeben wurde - eine andere Schreibweise oder ein falsches Datum würden aus diesen Menschen schon "Asylbetrüger" machen, die sofort abgeschoben gehören... Oder sie konnten ihre Ausweispapiere nicht vorlegen, weil sie z.B. auf der Flucht verloren gingen und erst nachträglich wieder beschafft werden mussten - mit dem Ergebnis, dass sie dann abgeschoben werden können, ohne dass ihre Integrationsleistung und ihre persönliche Situation dabei berücksichtigt wird!

 

Aus unserer Sicht ist es zwingend erforderlich, legale Lösungen für diese Menschen zu finden, damit sie in Deutschland bleiben können, wenn sie

 

- schon länger als zwei Jahre hier sind,

- sich erfolgreich um Integration bemühen,

- keine Straftaten gegen Leib und Leben begangen haben,

- unsere Sprache sprechen,

- einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz haben und selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen!

 

Diese Menschen auf Dauer unter dem Damoklesschwert der Abschiebung leben zu lassen, ist weder sozial noch ökonomisch sinnvoll und vertretbar!

 

Wir setzen uns dafür ein, dass bei Abschiebungen auch die Stellen einbezogen werden, die diese Menschen kennen und ihre Situation beurteilen können: die Kommunen und die Betreuungspersonen vor Ort!

 

Die Parteien und die PolitikerInnen fordern wir auf, nicht aus Furcht vor rechten Parolen dazu beizutragen, Vorurteile und unbegründete Ängste zu schüren, sondern sachliche und menschliche Lösungen zu finden, die unserem Recht entsprechen und unsere Gesellschaft nicht spalten, sondern der Mitmenschlichkeit und Toleranz wieder eine Chance geben! 

 

Unterzeichner:

Freundeskreis Flüchtlinge Leutenbach-Winnenden
Netzwerk Asyl Neustadt-Hohenacker

Backnang zeigt Herz
AK Asyl Backnang

Freundeskreis für Flüchtlinge in Fellbach
Freundeskreis Flüchtlingshilfe Hemmingen
Freundeskreis Flüchtlinge Fellbach

TafF - Tamm aktiv für Flüchtlinge
Freundeskreis Flüchtlinge Hemmingen

Freundeskreis Schwaikheim
INa e.V. Integrations- und Nachhilfe Schwaikheim

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fleckenfest 2017

Leute, VON 08. BIS 10. JULI IST FLECKENFEST! Einmal alle zwei Jahre verwandeln sich Schwaikheims Straßen in ein Fest für Musikliebhaber, Open-Air-Gourmets und Partyfreunde! INa e.V. ist wieder auf dem Schulhof der Eichendorffschule vertreten und bietet euch Festivalatmosphäre durch beste Livemusik, Clubfeeling mit Musik von DJ Lowz und kalten Cocktails sowie eine Vielzahl an leckerem Essen - von Souvlaki, Pommes und Bratwurst bis hin zu afrikanischen und asiatischen Köstlichkeiten! Also kommt vorbei und genießt mit uns die besten drei Tage des Jahres!

 

Wer macht so etwas?

Wie manche von euch schon mitbekommen haben, wurde das INa-Haus in der Nacht vom Mittwoch, dem 22.03. auf Donnerstag, dem 23.03. von noch Unbekannten auf übelste Weise mit Pferdekot beschmiert. Wir und die Polizei gehen davon aus, dass es sich hierbei um eine Tat mit einem fremdenfeindlichen Hintergrund handelt, weshalb die Ermittlungen von der Kripo übernommen wurden. Wer etwas weiß oder etwas im Tatzeitraum beobachtet hat, soll sich bitte bei uns oder der Polizei melden.
Wir danken allen, die ihre Solidarität auf verschiedene Weisen bekundet haben. Wir lassen uns von dieser Tat natürlich nicht davon abbringen, für Bildung, Toleranz und Integration einzustehen und werden unsere Arbeit weiterhin fortsetzen.
Das INa-Team


Überraschende Spende

30.04.2016

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Jürgen Holey für die großzügige Spende! Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung und Unterstützung unserer Arbeit.


"Dagegen halten – Mund aufmachen!“ Ein offener Brief vom Freundeskreis Asyl Schwaikheim

10.02.2016

In den letzten Wochen und Monaten hat sich der Ton zwischen Fürsprechern und Gegnern der aktuellen Flüchtlingspolitik zusehends verschärft. Was bisher nur hässliche Worte waren, ist mittlerweile zu ebenso hässlichen Taten geworden. Flüchtlingsunterkünfte sind Ziele von Brandanschlägen geworden, in Netzwerken wird der Tod von auf der Flucht ertrunkenen Menschen „gelikt“, eine in Deutschland zugelassene Partei fordert einen Schießbefehl an deutschen Grenzen. Das und vieles mehr sind Dinge, die wir so nicht stehen lassen können und nicht hinnehmen werden. Wir, das sind all jene „Gutmenschen“, die freiwillig und um des Menschen Willen helfen, ihre Kraft und Zeit spenden, damit sich all jene nicht verlassen fühlen, die mitunter alles verloren haben, und die meist nur eines retten konnten – ihr Leben. Diese Flüchtlinge sind keine Asylschmarotzer, Kanaken, Gesindel oder ähnliches – es sind Menschen! Deutschland ist nicht unschuldig an den Ursachen, die zur derzeitigen Situation der Flüchtlinge geführt haben. Waffenlieferungen an Staaten, die Andersdenkende bekämpfen und autoritär regieren, dienen nicht dazu, die Konflikte zu befrieden, sondern verschärfen sie weiter und halten sie am Leben. Die Zerstörung von regionalen Märkten und die Ausbeutung wichtiger Ressourcen führen zu Armut und Hunger, was die Fluchtbewegungen noch mehr verstärkt. Dies gilt es zu bekämpfen und nicht die Menschen, die vor lauter Verzweiflung Hilfe in einem anderem Land suchen. Die hilflose Politik der etablierten Parteien hat dazu geführt, dass viele Menschen in Deutschland Angst vor der Zukunft haben. Das ist völlig legitim. Aber es ist menschenverachtend, alle hier Schutzsuchenden unter Generalverdacht zu stellen und sie als kriminell oder arbeitsscheu zu bezeichnen. Der angebliche Verlust von Werten geht einher mit rassistischen Äußerungen, die davon zeugen, dass die Schreiber selbst Werte vermissen lassen. Die hier Schutzsuchenden können nicht für die desolate Asylpolitik verantwortlich gemacht werden.

 

Wir sind überzeugt davon, dass es eine große Herausforderung für uns alle ist, sich auf die vielen Menschen einzulassen, die bei uns Schutz und Hilfe suchen. Wir sind jedoch auch überzeugt davon, dass es eine Bereicherung für uns alle sein wird.

 

Ein friedliches und offenes Miteinander muss die Basis für eine erfolgreiche Integration sein.  


20.11.2015

Am 21. und 22. November 2015 findet wieder die alljährliche Adventsausstellung bei Blumen Dürr in Schwaikheim statt. Auch dieses Jahr bewirten wir die Gäste mit Gebäck, Rote Wurst, Stockbrot und Getränken! Wir freuen uns auf Euer Kommen!

 


02.11.2015

Auch in den Herbstferien sind wir für euch da! INa ist während den Herbstferien von 14.30-16.00 Uhr geöffnet.